
Vorbei sind die Zeiten, in denen man hektisch im Handschuhfach nach einer Parkscheibe suchte oder am Kassenautomaten verzweifelt das verlorene Papierticket herbeisehnte. Die Kennzeichenerfassung zur Parkraumbewirtschaftung ist auf dem Vormarsch und ersetzt zunehmend klassische Methoden durch ein digitales, kamerabasiertes System.
Doch wie genau funktioniert diese Technik, welche Vorteile bietet sie und – vielleicht am wichtigsten – wie steht es um den Datenschutz? In diesem Artikel beleuchten wir alle Aspekte der modernen Parkraumüberwachung.
Der Prozess der Kennzeichenerfassung ist automatisiert und darauf ausgelegt, den Parkvorgang für Nutzer so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Sollte jedoch ein Verstoß vorliegen (z. B. Nichtzahlung oder Zeitüberschreitung), wird der Fahrzeughalter ermittelt, um eine Vertragsstrafe in Rechnung zu stellen.
Die Erfassung von Kennzeichen ist ein sensibler Bereich, da es sich um personenbezogene Daten handelt. Daher müssen Betreiber strenge datenschutzrechtliche Vorgaben einhalten.
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist vollumfänglich anwendbar, sofern der Fahrzeughalter eine natürliche Person ist. Zwar greift die DSGVO theoretisch nicht bei juristischen Personen (wie einer GmbH), doch in der Praxis spielt diese Unterscheidung kaum eine Rolle: Da der Betreiber zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht wissen kann, wer der Halter ist, muss das System grundsätzlich nach den hohen Standards der DSGVO arbeiten.
Parkplatzbetreiber unterliegen umfassenden Informationspflichten. Das bedeutet, dass bereits im Einfahrtsbereich deutlich auf die Kameraerfassung und die Datenverarbeitung hingewiesen werden muss.
Falls Zahlungsansprüche durchgesetzt werden müssen, haben Betreiber das Recht auf eine Halterauskunft. Die gesetzliche Grundlage hierfür findet sich in § 39 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG), der die Übermittlung von Fahrzeug- und Halterdaten zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen regelt.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
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Vorteile |
Bequemlichkeit: Keine lästigen Parktickets aus Papier oder Pappe. |
Verlustsicherheit: Papiertickets können nicht verloren werden. |
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Effizienz: Schnellere Ein- und Ausfahrt ohne Schrankenstau. |
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Herausforderungen |
Datenschutz: Transparente Kommunikation der Datennutzung ist essenziell. |
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Technikabhängigkeit: Kameras müssen auch bei schlechter Witterung zuverlässig lesen. |
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Akzeptanz: Nutzer müssen sich erst an die "unsichtbare" Überwachung gewöhnen. |
Die Kennzeichenerfassung macht das Parken smarter und komfortabler. Für Betreiber bedeutet die moderne Technik weniger Wartungsaufwand für Ticketautomaten und auf mechanische Schranken kann vielfach verzichtet werden, für Kunden entfällt der Stress mit Parkscheibe oder Parkticket. Damit dieses System jedoch langfristig akzeptiert wird, müssen Betreiber ihrer Verantwortung beim Datenschutz gerecht werden und die Nutzer klar über ihre Rechte informieren.
ÜBER DEN AUTOR

Erich Soraru
Datenschutzbeauftragter (IHK)
Datenschutzauditor (DEKRA)
Compliance Officer (ICO)
Disclaimer:
Die auf dieser Webseite angebotenen Informationen zum Thema Datenschutz stellen keine Rechtsberatung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) dar. Vielmehr geht es um die technische und organisatorische Umsetzung von Datenschutzvorgaben. Die hier angebotenen Informationen ersetzen daher keine Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt.