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Digitale Daten sicher mit der „gelben Post“ versenden

In Zeiten von Glasfaseranschlüssen und 5G wirkt es fast wie ein Anachronismus: Man nimmt eine Datei, speichert sie auf ein physisches Medium und bringt sie zur Postfiliale. Doch der Postversand digitaler Daten ist in vielen Szenarien – von der professionellen Videoproduktion bis hin zur sicheren Archivierung – nach wie vor eine unverzichtbare Praxis.

1. Die Datenträger: Was geht auf Reisen?

Wenn wir über den Postversand sprechen, meinen wir meistens den Transport kompakter Datenträger. Die Auswahl des Mediums hängt dabei stark von der Datenmenge und dem Verwendungszweck ab:

  • Klassische Speichermedien: Der USB-Stick ist der Standard für Dokumente oder Software. Geht es um Terabyte-Bereiche, führt kein Weg an der externen Festplatte vorbei. Für Fotografen ist die Speicherkarte (SD oder microSD) das Mittel der Wahl.

  • Geräte mit internem Speicher: Manchmal wird nicht nur die Datei, sondern das gesamte Werkzeug verschickt. Das Spektrum reicht hier vom Smartphone und Tablet über die Digitalkamera bis hin zum kompletten Notebook.

2. Sicherheit und Recht: Das Postgeheimnis als Schutzschild

Ein häufiges Bedenken ist der Datenschutz. Interessanterweise ist eine Verschlüsselung der Daten auf dem Postweg zwar von Vorteil, aber datenschutzrechtlich nicht zwingend vorgeschrieben.

Der Grund dafür ist der starke rechtliche Rahmen:

  • Postgeheimnis: Für Postsendungen greift ein besonderer Schutz.

  • Strafgesetzbuch: Der § 202 StGB (Verletzung des Briefgeheimnisses) stellt das unbefugte Öffnen von verschlossenen Sendungen unter Strafe.

Pro-Tipp: Auch wenn das Gesetz Sie schützt, ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (z. B. via 7-Zip oder VeraCrypt) bei sensiblen und privaten Daten dennoch dringend zu empfehlen, um sich gegen physischen Diebstahl abzusichern.

3. Die Verpackung: Der physische Schutz

Während die Verschlüsselung die Bits schützt, bewahrt die Verpackung die Datenträger selbst vor Schaden. Eine gute Versandverpackung ist für die sichere Beförderung unerlässlich.

  • Polsterung: Nutzen Sie Luftpolsterumschläge für USB-Sticks und stabile, gut gedämpfte Kartons für Festplatten oder Laptops.
  • Statik-Schutz: Elektronische Bauteile sollten idealerweise in antistatischen Hüllen versendet werden.
  • Diskretion: Die Verpackung sollte keinen Hinweis auf den wertvollen Inhalt (z. B. "High-End Notebook") geben, um Begehrlichkeiten zu vermeiden.

4. Alternative: Cloud vs. Post

Warum nicht einfach hochladen? Cloudbasierte Kommunikationsportale sind die moderne Alternative. Sie sind schnell und ortsunabhängig. Doch sie stoßen an ihre Grenzen:

  • Hardware-Transfer: Ein Cloud-Upload ist nicht möglich, wenn das physische Speichermedium selbst den Besitzer wechseln soll (z. B. beim Verkauf eines gebrauchten Tablets oder dem Austausch einer defekten Festplatte).

  • Bandbreite: Bei extrem großen Datenmengen (z. B. Rohdaten eines Kinofilms) ist der Postweg oft schneller als der Upload über eine durchschnittliche Internetleitung („Sneakernet“).

Fazit

Der Versand digitaler Daten per Post ist weit mehr als eine Notlösung. Er ist eine rechtlich abgesicherte, physisch greifbare und oft hocheffiziente Methode, um Informationen und Hardware von A nach B zu bewegen. Mit der richtigen Verpackung und einer zusätzlichen Verschlüsselung sind Ihre Daten auf dem gelben Weg bestens aufgehoben.

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ÜBER DEN AUTOR

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Erich Soraru

Datenschutzbeauftragter (IHK)

Datenschutzauditor (DEKRA)

Compliance Officer (ICO)

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